Auf der Couch

Heute war ich auf der Couch…. also nicht auf dem Sofa (-da darf ich ja eh nicht drauf!), sondern beim Psychologen, in einer Tierärztlichen Praxis für Verhaltenstherapie.

Bei der Frau Doktor war ich schon in den Wepenstunden und mein Frauchen war sehr begeistert von ihrer Art und Weise Dinge zu vermiteln.
Ausserdem hat sie bei Murphy mit einer Verhaltenstherapie geholfen, mit seiner Unsicherheit bei anderen Hunden klar zu kommen. Sie hat meinem Frauchen tolle Trainingsansätze vermittelt, die dazu geführt haben, dass man mit Murphy inzwischen (fast) stressfrei Gassi gehen kann.

Tja und was hat das jetzt mit mir zu tun???
Weisse Schäferhunde sind oft sehr sehr ängstlich, dass ist irgendwie genetisch bedingt. Viele Züchter haben nur auf Schönheit gezüchtet und die Wesenszüge ausser Acht gelassen. Die Folge ist, dass sehr viele weisse Schäferhunde einen Knacks haben. Mein Frauchen war sich dessen bewusst, als sie sich für mich entschieden hat, war aber der Überzeugung, dass sie das in den Griff bekommt, wenn sie mir schon im Welpenalter alles zeigt was Hund kennen lernen muss um ein souveräner Hund zu werden.

Leider hat das trotz all ihrer Bemühungen nicht ganz funktioniert und da mich unser Nachbar geärgert hat blieb mir nur die Flucht nach vorn. Gebissen habe ich (noch!) nicht, aber ich drohe und fletsche die Zähne wenn uns Passanten entgegen kommen.

In vielen Bereichen des Lebens bin ich sehr unsicher, schnell schreckhaft und teilweise überängstlich.
Dinge denen ich heute gelassen gegenüber stehe, stellen Morgen für mich eine wahre Bedrohung dar. Das sich das mit meinem „Job“ als Rettugshund auf Dauer nicht vereinbaren lässt ist klar und deswegen hat mein Frauchen beschlossen, meiner Angst jetzt noch bei Pubertätbeginn entgegen zu wirken, bevor es eines Tages zu spät ist.

Heute war es nun also soweit und wir hatten am Vormittag einen Termin bei der Verhaltensthherapeutin. Gleich zur Begrüßung habe ich sie aus Unsicherheit angebellt und ihr gezeigt, wo mein Problem liegt: Menschen die auf mich zukommen bereiten mir Angst und die einzige Möglichkeit mich zu „wehren“ ist meine Stimme spielen zu lassen und zu drohen.

Aber ich bin kein hoffnungsloser Fall. Ich bekomme jetzt Relaxan um ein bisschen Stress abzubauen und runter zu kommen und Frauchen hat mit der Verhaltenstherapeutin den Trainingsaufbau für ein Alternativverhalten besprochen. Vielleicht sieht in ein paar Wochen schon alles ganz anders aus…

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2 Kommentare zu “Auf der Couch

  1. Oh, Samson, das klingt aber blöde. Naja, vor manchen Dingen muss man auch Angst haben, da hast du schon Recht. Aber Menschen anknurren? Das geht gar nicht. Ich wünsche dir und deinem Frauchen viel Erfolg beim Training und dann knurrst du nur noch die Bösen an, die dich wirklich ärgern wollen.

    Wuff-Wuff Dein Chris

  2. Mach dir nix draus… ich war auch schon bei einer Hundepsychologin. Dafür muss man sich nicht schämen! 😉
    Im Gegenteil… dein Frauli ist toll weil sie das Problem jetzt schon angeht und nicht erst wenn du älter bist. Uns hat das damals auch geholfen (es ging um Begegnungen mit anderen Hunden) allerdings wurde Frauli dann nachlässig und war nicht mehr so konsequent und dann begann alles wieder von vorne. Aber jetzt sind wir fleissig am trainieren und irgendwann (bald?!) kann ich sicher ganz normal an anderen Hunden vorbeigehen ohne dass ich die anstarre.
    Viel Erfolg weiterhin!
    Maya aus Schweden

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