Ich auf Bärenfang

„Hmmm, was koch ich denn nur?“ hörte ich Frauchen gestern Abend in der Küche murmeln.
Kurze Zeit später stand sie vor meinem Körbchen und rief: „Ey Du Schlafmütze, wir gehen noch ne Runde auf den Ith, Bären fangen!“

Hab ich das richtig gehört? Frauchen will Bären fangen?
Ähhhhh, bitte ohne mich! Aber schwuppdiewupp hatte ich das Halsband um und wurde ins Auto verfrachtet.

Nach einem kleinen Schleppleinen-Spaziergang durch den Ith hab ich ihn tatsächlich erschnüffelt: Den ersten Bärlauch dieses Jahr!!!

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Frauchen hat ein paar Blätter mitgenommen und zuhause zu Bärlauch-Kartoffel-Gratin verarbeitet.

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Wie der Bär im Frühling aus seinem Winterschlaf erwacht, so erwacht im Wald auch der Bärlauch als eine der ersten Heilpflanzen des Frühjahrs.
Der volkstümliche Name entstammt dem Glauben, dass der Bär nach seinem Winterschlaf als erstes Bärlauch frisst. Früher ordnete man oft bestimmte Heilpflanzen bestimmten Tieren zu, so glaubte man durch den Verzehr solcher Pflanzen die Kräfte des Tieres in sich aufzunehmen.

Man sollte Bärlauch immer frisch benutzen, denn getrocknet verliert er seine Wirksamkeit. Man kann aber eine Tinktur ansetzen, ihn in Öl oder Essig einlegen oder als Pesto lange haltbar machen, so dass man über das ganze Jahr in den Genuss seiner Heilkräfte kommen kann. Frauchen friert ihn auch oft ein, denn sie isst Bärlauch in jeder Form sehr gerne, ob als Pesto, im Salat, im Quark oder einfach einige Blätter auf einem Tomatenbrot…

Bärlauch wirkt bei Verdauungsstörungen, Arteriosklerose, Bluthochdruck, zur Stärkung des Immunsystems, zur Durchblutungsförderung, zur Blutzucker- und Cholesterinsenkung, bei Hautausschlägen und bei Bronchitis zur Schleimlösung. Wegen seines Schwefelgehaltes dient der Bärlauch außerdem der Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Bei Tieren wird er zusätzlich zur Entwurmung angewendet.

Und jetzt ratet mal, warum auch ICH den Frühling über Bärlauch in mein Fleisch bekomme!?! Bärlauch hilft Würmer und Parasiten zu vertreiben, wie auch alle anderen Vertreter der Allium Spezies.

Es gibt einige Studien wobei festgestellt wurde, dass Zwiebelgewächse, insbesondere Zwiebeln und Knoblauch, für Hunde giftig sind. Die Meldung, dass Zwiebeln für Hunde giftig sein könnten wurde aber von vielen kritiklos übernommen und verbreitet, so dass zum Teil eine Hysterie besteht was das Verfüttern von Zwiebelgewächsen an Hunde betrifft.

In Studien zu Zwiebeln entwickelten sich Veränderungen nach Verabreichung von 15-30 g /kg Körpergewicht und erst eine toxische Wirkung nach Verabreichung von über 50 g/kg Körpergewicht. In dieser Studie entwickelten die Hunde (Pekinesen) eine hämolytische Anämie.
In der Studie zu Knoblauch kam es zu etwas, „was aussah wie“ Veränderungen der roten Blutkörperchen erst nach Verabreichung von über 5 g /kg Körpergewicht, es entwickelte sich allerdings bei KEINEM der Tiere eine hämolytische Anämie.

Um eine Vergiftung zu bekommen müste ich also ca. 1,5 Kilo Zwiebeln und 4-5 ganze Knoblauchknollen essen.  IGITT!

Es ist also kaum möglich, eine krankmachende Veränderung Knoblauch herbeizuführen und die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Verabreichung von kleinen Mengen an Knoblauchgewächsen überwiegen in jedem Fall.

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2 Kommentare zu “Ich auf Bärenfang

  1. Seit Jahrzehnten ist Knoblauch immer wieder im Einsatz bei unseren vielen Tieren…und es ist allen gut damit gegangen… Hunden und Katzen…
    Bärlauch könnten wir ja auch mal versuchen, er wächst auch bei uns.
    LG, petra

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