Grosseinsatz für mein Frauchen

Da wir morgen von der Rettungshundestaffel eine Vorführung haben, stand heute ein freier Tag auf dem Terminkalender.  -Eigentlich! Als aber dann beim Morgengassi um kurz vor 10 heute Morgen eine SMS auf Frauchens Handy aufblinkte, in der mitgeteilt wurde, dass Voralarm ausgelöst wurde ging ihr Puls schlagartig nach oben.
So eine SMS bedeutet: Bereithalten, (Käse)Stullen schmieren, Einsatzrucksack packen, Kleidung rauslegen und darauf warten, dass entweder Entwarnung oder die SMS mit dem richtigen Alarm kommt.

Nachdem Frauchen realisiert hatte, was da gerade passiert wurde ihr klar: Es könnte sein, dass sie heute tatsächlich  zu ihrem ersten Einsatz ausrücken muss. Sie alleine, weil ich ja noch in der Ausbildung bin und noch nicht mitsuchen darf. Das ist den fertig ausgebildeten und geprüften Hunden vorbehalten. Ich bleib bei sowas schön zuhause bei Herrchen und lass mich knuddeln, aber Helfer werden immer gebraucht.

Ich hätte es mir ja in meinem Körbchen gemütlich machen können, aber ich fand es viel spannender ihr im Weg rum zu stehen und so ihre Nervosität noch weiter in die Höhe zu treiben.

Als das Handy schließlich 2 Stunden später erneut bimmelte traute sie sich kaum drauf zu gucken, aber die SMS enthielt tatsächlich Angaben zum Einsatztreffpunkt. Die rund 50km Autofahrt bis dorthin gingen ihr viele wirre Gedanken durch den Kopf. Sie fragte sich, ob sie wirklich alles dabei hat was sie brauchen würde und fragte sich, was sie wohl erwarten würde. Und sie hatte auch ein wenig Angst vor dem, was da kommen könnte.

Vor Ort angekommen hieß es dann für alle erstmal Warten. Nun fiel ihr auf: Sie hatte den Kaffee vergessen aber immerhin an Mineralwasser gedacht. Die Einsatzleitung besprach währenddessen eine Strategie zur Bergung der zu rettenden Personen.
Zu Suchen waren ein paar Jugendliche, die sich bei einem Schulausflug an den See von der Gruppe gelöst hatten und als ein Sturm aufkam irgendwo Schutz gesucht hatten.

Die einzelnen Suchteams wurden eingeteilt und dann ging es tatsächlich los!!!
Jedes Team bekam einen Kartenausschnitt und die Geo-Koordinaten um das Suchgebiet abzustecken und dann startete das erste Team. Über Funk konnten alle anderen am Startpunkt verfolgen was passierte. Die ersten Vermissten wurden schnell gefunden. Teilweise waren sie sehr schwer verletzt, schrien laut und Sanitäter mussten angefordert werden. Das zweite Team startete und fand ebenfalls weitere Personen. Die Sanitäter mussten auch hier ausrücken und helfen.

Dann bekam mein Frauchen den Erste-Hilfe-Rucksack umgeschnallt und ein Funkgerät in die Hand gedrückt und wurde mit dem Hundeteam zum Startpunkt geschickt. Vor lauter Aufregung verhaspelte sie sich mehrmals am Funkgerät. Der Hund lief los und fand die erste Person. Diese schrie und hatte offensichtlich große Angst vor dem Hund der vor ihr stand. Erste Hilfe war nicht nötig, es wurde aber jemand angefordert, der die Person abholen konnte. Die Suche wurde fortgesetzt, aber da der Hund durch eine Vorverletzung und das viele Laufen (allein zum Startpunkt an dem der Hund angesetzt wurde war es schon eine halbe Weltreise!) schon ziemlich geschafft war, wurde die Suche nach einiger Zeit schließlich abgebrochen und der Rest des Gebietes ans Folgeteam übergeben. Dieses fand auch noch die letzten Vermissten und brachte sie sicher in die Hände der fachkundigen Sanitäter.

Zum Glück war das alles nur eine Übung!
Die Vermissten und Verletzten waren von Mimen für realistische Unfalldarstellung gespielt, die Wunden nur Schminke und Kunstblut.
Die Wasserwacht (die bei der Übung den Sanitätsdienst übten) und die Rettungshundestaffel haben gut Hand in Hand gearbeitet und die eigentlichen Helden waren natürlich die Hunde. Alles in allem war es ein spannender und wirklich lehrreicher Tag. Er hat Frauchen darauf vorbereitet, was wirklich eines Tages auf sie zukommen wird.

Fotos hat sie natürlich keine gemacht. Im Realeinsatz werden ja schließlich auch keine Sensations-Fotos geschossen. Da aber ein Fotograf hinter den Hundeteams hergelaufen ist und auch die Regionalpresse vor Ort war um von dieser Grossübung zu berichten kann ich bestimmt irgendwann in den nächsten Tagen nochmal zeigen, wie sich das Ganze abgespielt hat.

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