Der Ernst des Lebens.

Auweia… ich habs ganz genau gehört!!!
Frauchen hat telefoniert mit einer Frau, die eine „Tierärztliche Praxis für Verhaltenstherapie“ hat. Das ist quasi Tierarzt und Hundeschule in einem.

Ab nächsten Samstag soll ich dort in die Welpenpielgruppe gehen nach ein paar Wochen einen Intensivkurs zur Basiserziehung bekommen.
Danach beginnt dann die Ausbildung in der Rettungshundestaffel.

Es gibt massenhaft Literatur zum Thema Hunderziehung, Hundeschulen sprießen wie Pilze aus dem Boden, im Fernsehn geben „Superfrauchen“ und „Hundeflüsterer“ ihr Wissen weiter und die Vielfalt an Erziehungsmitteln im Fachhandel wächst…

Kein Wunder, dass Frauchen gerade etwas überfordert ist.Welcher Trainingsaufbau ist der sinnvollste? Womit beginnt man, was kann man mir schon zumuten und was lieber noch nicht?

Frauhen ist, was Hunderziehung angeht nicht ganz unbedarft, aber einen Welpen hatte sie noch nie.
Meine Vorgängerin war eine belgische Schäferhündin, die nach ihrer aktiven Dienstzeit bei Frauchen in den (UN-)Ruhestand ging. Da sie mit dem Wechsel vom Diensthund zum Familienhund nicht zurecht kam hatte sie starke Verhaltensauffälligkeiten, die bis zu ihrem Tod nicht aus der Welt zu schaffen waren. Trotzdem ist sie Frauchens allerbeste Freundin geworden.

Wenn Frauchen von Senta erzählt weint sie mir in mein weisses Fell. Ich glaub, Frauchen hat sie ganz ganz doll lieb gehabt.

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Ich bin stolz, Sentas Erbe angetreten zu sein. Ich benutze ihr Körbchen, ihre Spielsachen und werde, wenn ich rein passe auch ihre Leinen, Halsbänder und Geschirre tragen können. -Nur über die Sache mit dem rosa Halsband müssen wir nochmal diskutieren!!!

Und der kleine Murphy war auch völlig unerzogen, als er bei ihr einzog. Mit ihm geht sie seit April in eine kleine Hundeschule. Meistens müssen ja nicht die Hunde sondern die Herrchen oder Frauchen erzogen werden. Und obwohl er inzwischen alle Dinge, die in der Hundeschule verlangt werden (Sitz, Platz, Bleib usw.) beherrscht geht Frauchen trotzdem gern noch mit ihm jeden Sonntag in die Schule. Für Murphy, der völlig unsozial war, ist die Hundeschule eine tolle Gelegenheit mit anderen Hunden Kontakte zu knüpfen.

Tja.. und nun bin ICH da.
Bei mir möchte Frauchen gerne alles Richtig machen. Die ersten Wochen hier und die Basiserziehung legen den Grundstein für meine weitere Zukunft. Ich soll ein sozialer und netter Hund werden. Dass ich sehr intelligent bin und gerne arbeite habe ich schon bewiesen: Nach 3 Tagen in meinem neuen Zuhause kann ich schon SITZ!

Frauchens Freundin hat gesagt, sie sollte mich nicht überfordern, damit mir nicht das Gehirn aus den Ohren rausquillt, aber man kann doch schon mit Welpen ein spielerisches Suchen und apportieren üben und ihn an viele Umwelteinflüsse gewöhnen.
Unsere „Trainingseinheiten“ dauern nie länger als 5 Minuten. Meistens sogar noch weniger. Mein Konzentration ist schnell weg und ich lasse mich schnell z.B. von einem herumliegenden Spielzeug ablenken.

Heute z.B. habe ich in 3 Schritten mit jeweils einer langen Schlafpause den Staubsauger kennengelernt. Das war auch dringend notwendig, denn seit ich hier eingezogen bin war das Ding nicht in Gebrauch.

Zuerst hat Frauchen hat das Ungetüm ins Wohnzimmer geholt. Es stand da einfach rum, aber ich habe mich nicht näher getraut. Ich habe es angebellt und habe mich versteckt.
Dann hat Frauchen sich daneben gesetzt. Sie hat es berührt und mir damit gezeigt, dass es nichts böses tut.
Ich habe mich langsam näher gewagt und habe je näher ich kam immer mehr Leckerchen bekommen.
Zum Schluss legte Frauchen die Leckerchen auf den Staubsauger.

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Dann war eine Pause. Wir haben gemeinsam gespielt. Frauchen hat den kleinen blauen Plüschball in die Hand genommen und ein paar Meter geworfen. Ich bin hinterher gehoppst und habe ihn mehrmals wieder zurückgebracht. Als Lob hat Frauchen mich gaaaanz doll geknuddelt. Dann hab ich erstmal wieder ´ne Runde geschlafen.k-IMG_5659
Nach dem Aufwachen ging die Staubsaugerlektion weiter. Zum Schluss hatte ich so wenig Angst vor dem Ding, dass ich hinterher gelaufen bin, als Frauchen die Wohnung gestaubsaugt hat.

Natürlich ist jeder Hundebesitzer davon überzeugt, dass sein Hund nicht nur der Schönste sondern auch der der Intelligenteste Hund ist, aber dass ICH nach so kurzer Zeit schon so viel kann macht Frauchen ganz schön stolz. Das „SITZ“ klappt von Mal zu Mal besser.

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Sie ist sich völlig sicher, dass sie mit mir genau den Richtigen ausgesucht hat und freut sich darauf, einen jungen Hund auszubilden mit dem Ziel, einen einsatzfähigen Rettungshund zu haben, der auch unter schweren Verhältnissen seine Arbeit mit Begeisterung, Konzentration und einer hohen Zuverlässigkeit ausübt.

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